Unsere Route - von Garmisch nach Riva

Jeder Tag im Detail. Die Strecke, Sehenswürdigkeiten und Tourdaten. 

Hier bekommt ihr vielfältige Informationen zu unserer Tour, die euch eine sehr einfache Möglichkeit bieten, unsere Route nachzufahren oder euch an dieser zu orientieren. Dazu könnt ihr euch für eure Tour das Roadbook und die GPX-Dateien runterladen. Oder ihr öffnet die Route gleich direkt in Komoot. Die ebenfalls verlinkten Unterkünfte bieten eine tolle Mischung aus günstigen (aber sauberen) low-budget und etwas höherpreisigen Übernachtungsmöglichkeiten für Gruppen. Alle ausgewählten Unterkünfte haben eine absperrbare Fahrradgarage für die Bikes der gesamten Gruppe. 

Viel Spaß beim Nachradeln!

Tag 1: Von Garmisch nach Imst

Etappe 1 führt uns von unserem Startpunkt Garmisch ins 69 Kilometer entfernte Imst. Nach einem flachen Beginn erfolgt ein erster Anstieg durch das Dorf Grainau und einige fahrtechnisch anspruchsvolle Waldtrails bergauf bis zum Erreichen des Eibsees nach ca. 12 Kilometern. Hier ist einiges an technischen Skills gefragt, um die Anstiege im Gelände “ohne Schieben” zu meistern. Belohnt wird die Anstrengung dann durch den Blick auf den wunderschönen Eibsee. Man sollte unbedingt noch ein (Gruppen-)Foto von “oben” machen, bevor der weitere Weg ein Stück um den karibischen Bergsee, der bei Bikern und Wanderern sehr beliebt ist, führt.

Es folgt ein weiterer knackiger, sehr zäher Anstieg von etwa 600 Höhenmetern, bei dem in etwa bei Kilometer 21 die Grenze zwischen Deutschland und Österreich überquert wird. Der Weg verläuft weitgehend über Kieswege. Oben angekommen lädt die malerische Hochthörle-Hütte zu einer Brotzeitpause ein (Achtung: Mittwoch ist Ruhetag).

Ab hier geht es erstmal bergab auf der Zugspitzstraße. Die asphaltierte Teer-Rennstrecke lädt zwar zu schnellem Fahren ein, man sollte allerdings vorsichtig sein, weil der ein oder andere Traktor sich doch mal auf den Weg nach oben verirrt und dadurch akute Crashgefahr besteht.

Vorbei an der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn, geht es neben der Hauptstraße auf einem flowigen Trail nach Ehrwald.

Anschließend ist vor allem die Psyche gefordert: Nach dem ersten Gipfel und der langen Abfahrt wähnt man sich schon fast im Ziel und wird dann durch einen zähen, fahrtechnisch sehr anspruchsvollen Anstieg über den Fernpass rau zurück in die harte Realität geholt.   Immerhin bietet der Weißensee nochmal eine tolle Aussicht.

Nachdem auch die letzten längeren Anstiege geschafft sind, ist bei der Überquerung der oft stark befahrenen Fernpassstraße Vorsicht geboten, ehe es relativ wellig und flowig auf dem geschotterten Radweg in Richtung Imst geht, das nach ca. 1700 Höhenmetern erreicht wird. Unsere für Fahrradgruppen sehr gut geeignete Unterkunft bei Imst haben wir nebenstehend verlinkt (Grillplatz und Kochmöglichkeiten vorhanden).

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Tag 2: Von Imst nach Sölden

Tag 2 zeichnet sich durch einen stetigen, eher sanften Anstieg bis zum bei Skifahrern sehr beliebten Ort Sölden aus, das sich mittlerweile auch zum Mountainbike-Eldorado gemausert hat. Auf dem Weg nach Sölden geht es von Imst aus zunächst entlang des Inns bis zum Ort Roppen, wo die Ötztaler Ache in den Inn mündet.

Die Route führt im Wechsel am Fluss oder durch die anliegenden Dörfer auf gut befestigten Radwegen. Wir folgen der Strecke meist entlang des sehr gut ausgebauten Ötztal-Mountainbike-Trails (mehr ein Radweg als ein “echter” Trail) durch traumhafte Flusstäler und durchfahren dabei unter anderem die Gemeinden Sautens, Tumpen und  Winklen. Einkehrmöglichkeiten auf dem Weg nach Sölden sind leider rar, allerdings befindet sich auf dem Radweg direkt entlang der Ötztaler Ache (siehe Track) nach dem Ort Au und vor dem Ort Längenfeld ein optimaler Pausenspot für die mitgebrachte Brotzeit (siehe Fotos) mit Sitzbänken, Tischen und sanitären Einrichtungen. Sogar ein Wasserhahn zum Auffüllen der Trinkblasen bzw. Flaschen ist vorhanden.

Von Längenfeld geht es stetig leicht (und zermürbend) bis zum eigentlichen Etappenziel Sölden bergauf. Möchte man sich für den nächsten Tag noch ein paar Höhenmeter sparen, bietet es sich an, die Etappe noch etwas zu verlängern (z.B. bis Obergurgl). Wir entscheiden uns für eine weitere Möglichkeit: von Sölden aus nehmen wir nochmals 600 heftige Höhenmeter in Kauf, um die zweite Nacht auf einer echten Berghütte zu verbringen. Nach 61 Kilometern und ca. 1600 Höhenmetern erreichen wir unsere Unterkunft, die wunderschöne Gaislachalm, die wir ebenfalls verlinkt haben.

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Tag 3: Von Sölden nach Meran

Der dritte Tag beginnt mit einer rasanten Abfahrt auf dem Bodenegg-Trail, der fast vor der Haustüre unserer Übernachtungshütte startet und uns früh am morgen schon einiges an Konzentration und Skills abverlangt. Je nach fahrtechnischen Fähigkeiten muss hier das ein oder andere Mal geschoben werden. Nach dem Trail geht es noch ein Stück bergab, bis der Anstieg von ca. 1000 zermürbenden Höhenmetern am Stück bis zum Timmelsjoch startet, an dem wir die Grenze zu Italien überqueren werden. 

Die asphaltierte Passstraße bietet zwar den Vorteil, ab und an aus dem Sattel in den Wiegetritt zu wechseln, dafür erschwert der oft sehr heftige Wind uns den Anstieg zum Gipfel. Vor der Grenzüberquerung und der anschließenden Abfahrt ist allerdings eine ausgiebige Pause am Timmelsjoch ist ein Muss für alle, die traumhafte Landschaft und atemberaubende Natur lieben. 

Die folgende Abfahrt ist nichts für schwache Nerven: Zwei längere Tunnel (Beleuchtung ist Pflicht), Serpentinen, steile Gefälle und technisch anspruchsvolle Trails lassen es kaum zu, sich bei der Abfahrt zu erholen. 

Unten angekommen bietet der idyllische Ort Rabenstein eine gute Möglichkeit für eine Brotzeitpause, sofern man diese nicht schon am Timmelsjoch absolviert hat. 

Bis zum Erreichen unserer Unterkunft in Meran können wir unsere Bikes viel rollen lassen, auch wenn noch der ein oder andere Anstieg zu meistern ist, z.B. hinauf in den Ort Platt. Ab dem Ort Platt geht es dann stetig bergab und man kann die zunehmend mediterran werdende Vegetation Südtirols in vollen Zügen genießen. Wir folgen dem Verlauf des Flusses Passer auf dem bestens ausgeschildertem Fahrradweg nach Meran, bis wir unser Ziel nach insgesamt ca. 70 Kilometern und ungefähr 1500 Höhenmetern erreichen. Heute Abend genießen wir Pizza und Eis auf einem der wunderschönen Plätze Merans.

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Tag 4: Von Meran nach Tuenno

Am vorletzten Tag unseres Alpencrosses geht es für uns nach Tuenno, einem kleinen Dorf hinter dem Ort Cles. Auf insgesamt 58 Kilometern überwinden wir ca. 1700 Höhenmeter.

Während die ersten 13 Kilometer durch und aus Meran bis Lana noch relativ flach sind, müssen auf den nachfolgenden 15 Kilometern 1300 Höhenmeter am Stück und teilweise auf losem Untergrund überwunden werden. Die ersten (flachen) Kilometer sollten also gut genutzt werden, um sich für den nachfolgenden Kraftakt einzuradeln.

Ab den Fluss Brandis geht es stetig durch das Gelände bergauf in Richtung Passstraße. Die Route passiert noch kleinere Ortschaften und bietet dabei einige tolle Ausblicke auf Meran, bevor es im Wald auf eher losem Untergrund parallel zur Gampenpasstraße bergauf geht, bis wir auf dieser die letzten 300 Höhenmeter bis zum Gipfel erklimmen. 

Nach einer ungefähr 30-minütigen Abfahrt (mit einigen Höhen) bietet das idyllische kleine Restaurant Arnica in Castelfondo (siehe Link) eine gute Einkehrmöglichkeit für Gruppen (am besten vorher anrufen), sofern man nicht gleich am Gasthof Gampenpass rasten möchte, das zwar sehr schön, oft aber auch sehr voll ist.  

Bis zum Erreichen von Tuenno durchqueren wir noch mehrere Bergdörfer, genießen die tolle Aussicht auf das Brenta-Gebirge und essen ein “Panorama-Eis” in der Eisdiele in Cagno, die direkt auf unserer Route liegt (Hotel Viridis) und uns auf den Lago di Santa Giustina blicken lässt. Nach dem Überqueren des Stausees hilft uns der vom Eis erhöhte Blutzuckerspiegel, die letzten (Höhen-)Meter über Cles nach Tuenno zu meistern.

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Tag 5: Von Tuenno nach Riva

Etappe 5 ist die letzte, mit 85 Kilometern aber auch die längste Etappe unserer Alpenüberquerung. Zu Beginn noch recht flach kann man sich wieder gut einradeln, allerdings kann man hier getrost von der berühmten “Ruhe vor dem Sturm” sprechen, denn nach ca. 18 Kilometern und der Durchfahrt der Dörfer Terres, Flavon, Cunevo, Termon, Campodenno und Lover erfolgt ein erster, heftiger Anstieg, der nur durch ein kurzes Gefälle, das am Lago di Andalo entlangführt, unterbrochen wird.

Während des Anstiegs quälen wir uns zunächst in das Bergdorf Spormaggiore, wo wir zumindest einen Brunnen zum Befüllen unserer Trinkflaschen finden.

Schon kurze Zeit später werden wir beim Anstieg im Nationalpark Adamello Brenta merken, wie wichtig dieser Brunnen war. Bis zum Touristenort Andalo fahren wir fast durchgehend am Limit und versuchen dabei dennoch, die traumhafte Natur zu genießen und keinem Bären zu begegnen, die es hier laut mehrfacher Warnbeschilderung geben soll. Am Ende des zermürbenden Anstiegs befahren wir das malerische Bergdorf Molveno von oben her, um am Lago di Molveno endlich unsere verdiente Mittagspause in der Pizzeria Pizzico (siehe Link) einzulegen.  

Nach der Mittagspause passieren wir den Molveno-See, genießen traumhafte Aussichten auf das Sarcatal, um nach einer tollen Abfahrt im Tal mit seinen traumhaften Dörfern, Seen, Olivenhainen und Weinanbauflächen weiterzufahren. Die Route verläuft hier relativ flach, jedoch kann ein rauher Gegenwind (auch “Ora” genannt) die Fahrt etwas erschweren. Aber auch dieses kleinere Hindernis meistert man mit der Freude auf das baldige Erreichen des Ziels noch.  Nach insgesamt 1500 Höhenmetern erreichen wir Riva und den heiß ersehnten Lago di Garda, den, mit einer Fläche von 370 km² und einer maximalen Tiefe von 346 Metern, größten und vielleicht schönsten See Italiens.

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