Nachgefragt bei einem Mechaniker

Eine gerissene Kette mitten in den Bergen – und jetzt? 

Franz fährt nicht nur selber gerne Mountainbike, sondern macht gerade eine Ausbildung zum Zweirad-Mechatroniker. Im Folgenden beantwortet er alle wichtigen Fragen zum Thema Reparatur und Service.

Ich persönliche würde nachschauen, ob auf den Bremsbelägen noch genug Material ist und ob Kette und Zahnkranz noch nicht verschlissen sind. Außerdem sollte man überprüfen, ob auf den Reifen noch genug Profil vorhanden ist.
Als erstes würde ich den Luftdruck kontrollieren. Anschließend sollte man nachschauen, ob die Schrauben am Lenker und den Schwingungselementen der Federung fest sind und wenn nicht, nachziehen. Im Anschluss muss man definitiv überprüfen, ob die Laufräder gerade sitzen und die Achsen festgezogen sind.
Definitiv mitzuführen ist ein gutes „Multi-Tool“, denn darin sind die meisten wichtigen Werkzeuge enthalten, die man für schnelle Reparaturen während der Fahrt braucht. Dazu würde ich jedem noch einen Reifenheber empfehlen.
Es ist definitiv nicht gut für das Fahrrad, weil durch den hohen Druck Wasser in die Lager kommen kann und somit die Kugeln anfangen zu rosten. Das Kugellager zerstört sich also selbst.
Das sind Kleinigkeiten, wie den Mantel falsch zur Laufrichtung zu montieren, ebenso die Kette, die dann nicht mehr fachgemäß schaltet.
Also ich finde, es reicht ein Eimer Wasser und ein passender Lappen dazu. Darauf dann einen biologisch abbaubaren Reiniger. Nach dem Waschen empfehle ich Kettenöl, das dann über die Nacht einziehen kann, damit man am nächsten Tag wieder startklar ist.
Entweder sind die Bremsbeläge noch neu und sie quietschen, weil sie noch nicht eingefahren sind oder es ist Öl auf den Bremsbelägen und der Bremsscheibe. Da müssen allerdings die Bremsbeläge getauscht werden und die Bremsscheibe mit Bremsenreiniger und Schleifpapier gereinigt werden.
Ich persönlich fahre selbst Tubeless. Im Vergleich zum Schlauch ist es deutlich aufwändiger. Bei einem Platten mit Schlauch kann man den Mantel relativ leicht herunterziehen, einen neuen Schlauch einlegen und den Reifen wieder aufpumpen. Davor muss man jedoch schauen, ob ein spitzer Gegenstand im Mantel steckt und diesen dann gegebenenfalls entfernen. Der Nachteil bei Tubeless ist, dass bei einem Loch, das so groß ist, dass es die Dichtmilch nicht mehr abdichten kann, man den Reifen von der Felge bekommen und austauschen muss. Diese Reifen sind aber speziell dafür ausgelegt, dass sie direkt am Felgenrand sitzen und keine Luft verlieren, was das abziehen sehr schwer macht. Wenn man nicht die nötige Erfahrung hat, einen Tubeless-Reifen schnell von der Felge runter zu bekommen und einen neuen Schlauch einzulegen, wird es sehr kompliziert. Aus dem Aspekt der Nachhaltigkeit empfehle ich natürlich Personen, die viele Platten fahren, einen Tubeless-Reifen. So spart man Müll, da nicht jedes Mal ein neuer Schlauch eingebaut oder geflickt werden muss.
Mein Geheimtipp ist, dass wenn ihr z.B. irgendwo in den Bergen steht und eure Kette reißt, ihr ein verdammt großes Problem habt. Deshalb geht davor zu dem Fachhändler eures Vertrauens und holt euch zu eurer Kette das zugehörige Kettenschloss. Das heißt ihr könnt problemlos die Kette wieder zusammenfügen und einfach weiterfahren.
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