Grundwissen 10. Jahrgangsstufe

Der Fachlehrplan der 10. Jahrgangsstufe weist drei unterschiedliche Kategorien des Grundwissens aus:

  1. Grundstrukturen
  2. Grundbegriffe
  3. Grundkompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler erwerben in der o.g. Jahrgangsstufe folgendes Grundwissen:

  • Verstehen, wie Entscheidungen von Haushalten und Unternehmen durch Märkte koordiniert werden
  • Markt: Auf dem Markt treffen sich Angebot und Nachfrage. Märkte dienen der Verteilung von Gütern, der Preisbildung und vor allem der Koordination. In einer Marktwirtschaft entscheiden die einzelnen Anbieter und Nachfrager selbst, was, wie, für wen produziert soll. Die Marktpreise geben ihnen dabei die Information, welches Verhalten sinnvoll ist; insbesondere zeigen steigende Preise, ob Güter knapp sind (Knappheitsindikator). Gleichzeitig beinhalten steigende Preise die Motivation zusätzliche Güter anzubieten bzw. knappe Güter sparsam zu konsumieren.
  • Koordinationsaufgaben der Wirtschaftsordnung: Arbeitsteilung führt zu komplexen volkswirtschaftlichen Systemen. Um die ökonomischen Aktivitäten der Wirtschaftssubjekte zu koordinieren muss in einer Wirtschaftsordnung geregelt werden, wer was wie für wen produziert (“4 Ws”). Die Entscheidung über die “4 Ws” kann grundsätzlich durch eine zentrale Planungsbehörde (Zentralverwaltungswirtschaft) oder zentral durch Anbieter und Nachfrager auf Märkten erfolgen (Marktwirtschaft).
  • Internationale Arbeitsteilung: Die internationale Arbeitsteilung ist eine Weiterentwicklung der binnenwirtschaftlichen Spezialisierung. Im Zuge der internationalen Arbeitsteilung spezialisieren sich Länder auf einzelne Güter oder auf bestimmte Produktionsstufen eines Gutes. Dabei entstehen Kostenvorteile dadurch, dass ein Gut durch die internationale Arbeitsteilung kostengünstiger hergestellt werden kann als in anderen Ländern. Durch die Spezialisierung kann der Wohlstand in allen Ländern erhöht werden. Internationale Arbeitsteilung setzt Handel auf freien Märkten voraus (Freihandel).
  • Wechselkursbildung: Auch der Wechselkurs – der “Preis” einer Währung in Fremdwährung – bildet sich auf Märkten. Verschiebungen von Angebot und Nachfrage auf den Devisenmärkten sind von verschiedenen Faktoren abhängig, z.B. vom Handel zwischen den Ländern.
  • Bruttoinlandsprodukt (BIP): Das BIP ist der Marktwert aller für den Endverbrauch bestimmten Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einem bestimmten Zeitabschnitt hergestellt werden.
  • Kenntnis des Marktmodells und Fähigkeit, mit dem Modell selbstständig zu arbeiten
  • Arbeiten mit dem Kreislaufmodell, Aufbereiten von gesamtwirtschaftlichen Größen, Anwenden der Tabellenkalkulation
  • Erkennen, wie der Staat auf vielfältige Weise in das Marktgeschehen eingreift
  • Grundelemente der sozialen Marktwirtschaft: Der Begriff “soziale Marktwirtschaft” wurde von Alfred Müller-Armack geprägt und kennzeichnet eine Wirtschaftsordnung, die bei grundsätzlicher Unterstützung der wirtschaftlichen Freiheit zugleich die Regulierungs- und Kontrollfunktion des Staates betont, um unsoziale Auswirkungen zu verhindern und “Wohlstand für alle” zu schaffen.
    Konstituierende Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft:
    1. Primat der Währungspolitik
    Eine freie Marktwirtschaft ist auf das Tauschmittel Geld angewiesen. Dies erfüllt seine elementaren Funktionen aber nur, wenn sich die Austauschrelationen von Gütern und Leistungen nicht durch Veränderungen des Geldwertes, sondern durch Veränderungen von Knappheitssituationen ergeben (Lenkungs- und Signalfunktion freier Preise).
    2. Offene Märkte und Wettbewerbskontrolle
    Es ist Aufgabe des Staates, z.B. durch Gewährung von Gewerbefreiheit und Freizügigkeit für die Öffnung der Märkte zu sorgen. Dazu gehört auch, dass er Markterschließungen durch private Machtgruppen (z.B. Monopolisten, Kartelle) verhindert bzw. selbst den Wettbewerb nicht behindert.
    3. Privateigentum an den Produktionsmitteln
    Die Wettbewerbsordnung soll die Triebkräfte des Selbstinteresses zum Wohle aller zur Entfaltung bringen. Das setzt voraus, dass jeder einzelne über sein Einkommen frei verfügen kann, also auch das Recht hat, mit diesem Eigentum zu erwerben. Gewinnchancen und das Haftungsrisiko des Eigentümers steuern die Unternehmensentscheidungen und lenken das Investitionskapital in die produktivste Verwendung. Privates Eigentum darf aber nicht zur Entstehung von unkontrollierten Machtpositionen führen, da sonst der freie Leistungswettbewerb eingeschränkt wäre.
    4. Vertragsfreiheit
    Wettbewerb funktioniert nur, wenn Haushalte und Unternehmen frei darüber entscheiden können, was sie bei wem zu welchen Bedingungen kaufen oder verkaufen. Vertragsfreiheit soll dazu beitragen, dass sich im Wettbewerb der beste Anbieter durchsetzt. Sie wird unter Umständen jedoch durch staatliche Eingriffe eingeschränkt.
    5. Haftung
    Die Übernahme der Haftung für eigene wirtschaftliche Entscheidungen erfüllt wichtige volkswirtschaftliche Funktionen: rentable Produktion erfordert gute Leistungen, Fehlleistungen führen zu Verlusten, anhaltende Verluste zur Insolvenz, also zum Ausscheiden aus dem Markt. Wer also volkswirtschaftliche Ressourcen dauerhaft unrentabel einsetzt und verschwendet, erhält keinen Zugang mehr zu diesen Ressourcen und hat persönliche Wohlstandsverluste hinzunehmen.
    6. Sozialer Ausgleich durch Einkommensumverteilung
    In einem System des freien Wettbewerbs bestimmen letztlich die Konsumenten, was produziert wird. Damit wird im Idealfall genau nach den Bedürfnissen der Bevölkerung produziert. Wer aber z.B. wegen Krankheit oder Alter nicht (mehr) so leistungsfähig ist wie andere, kann kaum noch eigenes Einkommen erwirtschaften und damit nicht mehr als Nachfrager agieren. Deshalb ist es notwendig, benachteiligten Personen sog. Transfereinkommen zukommen zu lassen, damit sie sich menschenwürdig versorgen können und am Wettbewerbsprozess teilnehmen können. Diese Umverteilung darf aber nicht so weit gehen, dass keine Leistungsanreize mehr bestehen.
  • Einkommensumverteilung: In der freien Marktwirtschaft können Einkommen grundsätzlich nur durch das Anbieten von Leistung erzielt werden. In der sozialen Marktwirtschaft tritt neben die Einkommensverteilung durch den Markt die Einkommensumverteilung durch den Staat. Der Staat belastet leistungsfähigere Bürger mit Abgaben und finanziert damit Unterstützungsleistungen an weniger leistungsfähige Teile der Gesellschaft.
  • Staatshaushalt: Im Haushalt werden Einnahmen und Ausgaben des Staates (z.B. des Bundes) gegenübergestellt. Bei einem ausgeglichenen Haushalt sind Einnahmen und Ausgaben gleich. Übersteigen die Ausgaben die Einnahmen, muss das Haushaltsdefizit durch Kreditaufnahme (Neuverschuldung) gedeckt werden. Fortlaufende Haushaltsdefizite führen zu einer Schuldenlast und zu Belastungen durch Zinsen und Rückzahlungen.
  • Sozialversicherung: Zur gesetzlichen Sozialversicherung in Deutschland gehören die Renten-, die Kranken-, die Unfall-, die Arbeitslosen- und die Pflegeversicherung. Durch sie sollen die großen Lebensrisiken Alter, Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit und Pflegebedürftigkeit abgedeckt werden. Die Kosten werden durch Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge in einem Umlageverfahren finanziert, d.h. heutige Beiträge werden für heutige Auszahlungen verwendet.
  • Subsidiaritäts- und Solidaritätsprinzip: Die gesetzliche Sozialversicherung basiert auf dem Subsidiaritäts- und dem Solidaritätsprinzip. Subsidiarität (erst ich, dann alle) bedeutet, dass zunächst jeder selbst innerhalb der eigenen Möglichkeiten seine Aufgaben und Probleme lösen, also auch für seinen Lebensunterhalt sorgen muss. Erst wenn die eigenen Kräfte dafür nicht mehr ausreichen, greift solidarisch (alle für einen) die Gemeinschaft unterstützend ein.
  • Arbeiten mit Modellen, Beurteilen von ökonomischen Entscheidungen, Argumentieren, Begründen eines eigenen Standpunkts
  • Arbeiten mit erweiterten Modellen, Fähigkeit zur Abstraktion, Argumentieren, Beurteilen von ökonomischen Entscheidungen
  • Einsicht, dass rechtliche Regelungen wesentliche Rahmenbedingungen des Marktgeschehens bilden
  • Ordnungs- und Schutzfunktion des Rechts: Bei dem Versuch, seine Bedürfnisse zu erfüllen, kommt der Mensch unvermeidbar mit den Bedürfnissen anderer in Konflikt. Rechte und Pflichten des Einzelnen werden daher möglichst klar geregelt (Ordnungsfunktion des Rechts). Dabei soll die Rechtsordnung die Rechte Schwächerer, z.B. der Minderjährigen, besonders schützen (Schutzfunktion des Rechts).
  • Erörtern der Strafzwecke
  • Mit Fachtexten arbeiten
  • Einsicht in Chancen und Risiken internationaler Arbeitsteilung
  • Europäische Wirtschafts- und Währungsunion: Mit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in den 1950er-Jahren setzte in Europa eine Entwicklung ein, an deren vorläufigem Ende die Schaffung einer Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) steht. In einer kontinuierlichen Fortentwicklung und Erweiterung der Gemeinschaft ist es nicht zuletzt durch die Gründung der Europäischen Union und die Einführung des Euro innerhalb der Gemeinschaft zur Schaffung eines der größten Wirtschaftsräume weltweit gekommen. Der europäische Binnenmarkt garantiert freien Waren-, Dienstleistungs- Personen- und Kapitalverkehr. Dadurch fördert die EWWU in den Mitgliedstaaten wesentlich das wirtschaftliche Wachstum.
  • Globalisierung: Globalisierung hat verschiedene Dimensionen und Ebenen: wirtschaftliche, politische, gesellschaftlich-soziale, kulturelle und ökologische. Gemeinsam ist allen Dimensionen die zunehmende globale Vernetzung, eine gegenseitige Abhängigkeit und der Bedeutungsverlust von nationalen Grenzen.
  • Weltwirtschaftliche Verflechtung: Weltwirtschaftliche Verflechtung kann mit Wohlstandsgewinnen für alle Beteiligten verbunden sein. Durch Außenhandel stehen Güter zur Verfügung, die im Inland gar nicht oder nur mit erheblichen Mehrkosten produziert werden könnten. Außerdem kann sich jedes Land auf die Produktion derjenigen Güter spezialisieren, welche es aufgrund seiner Produktionsfaktoren am kostengünstigsten herstellen kann (absolute Kostenvorteile). Selbst wenn ein Land bei allen Gütn Kostenvorteile hätte würde es sich für dieses Land dennoch lohnen, sich in der Güterproduktion zu spezialisieren und die anderen Güter zu importieren.
  • Beurteilen von ökonomischen Entscheidungen unter den Gesichtspunkten Gerechtigkeit und Effizienz
  • Anwendung von Markt- und Kreislaufmodell in Fallbeispielen
 

 

Der Fachlehrplan der 10. Jahrgangsstufe weist drei unterschiedliche Kategorien des Grundwissens aus:

  1. Grundstrukturen
  2. Grundbegriffe
  3. Grundkompetenzen

 

Die Schülerinnen und Schüler erwerben in der o.g. Jahrgangsstufe folgendes Grundwissen:

  • Verstehen, wie Entscheidungen von Haushalten und Unternehmen durch Märkte koordiniert werden
  • Markt: Auf dem Markt treffen sich Angebot und Nachfrage. Märkte dienen der Verteilung von Güern, der Preisbildung und vor allem der Koordination. In einer Marktwirtschaft entscheiden die einzelnen Anbieter und Nachfrager selbst, was, wie, für wen produziert soll. Die Marktpreise geben ihnen dabei die Information, welches Verhalten sinnvoll ist; insbesondere zeigen steigende Preise, ob Güter knapp sind (Knappheitsindikator). Gleichzeitig beinhalten steigende Preise die Motivation zusätzliche Güter anzubieten bzw. knappe Güter sparsam zu konsumieren.
  • Koordinationsaufgaben der Wirtschaftsordnung: Arbeitsteilung führt zu komplexen volkswirtschaftlichen Systemen. Um die ökonomischen Aktivit�ten der Wirtschaftssubjekte zu koordinieren muss in einer Wirtschaftsordnung geregelt werden, wer was wie für wen produziert (“4 Ws”). Die Entscheidung über die “4 Ws” kann grundsätzlich durch eine zentrale Planungsbehörde (Zentralverwaltungswirtschaft) oder zentral durch Anbieter und Nachfrager auf Märkten erfolgen (Marktwirtschaft).
  • Internationale Arbeitsteilung: Die internationale Arbeitsteilung ist eine Weiterentwicklung der binnenwirtschaftlichen Spezialisierung. Im Zuge der internationalen Arbeitsteilung spezialisieren sich Länder auf einzelne Güter oder auf bestimmte Produktionsstufen eines Gutes. Dabei entstehen Kostenvorteile dadurch, dass ein Gut durch die internationale Arbeitsteilung kostengünstiger hergestellt werden kann als in anderen Ländern. Durch die Spezialisierung kann der Wohlstand in allen Ländern erhöht werden. Internationale Arbeitsteilung setzt Handel auf freien Märkten voraus (Freihandel).
  • Wechselkursbildung: Auch der Wechselkurs – der “Preis” einer Währung in Fremdwährung – bildet sich auf Märkten. Verschiebungen von Angebot und Nachfrage auf den Devisenmärkten sind von verschiedenen Faktoren abhängig, z.B. vom Handel zwischen den Ländern.
  • Bruttoinlandsprodukt (BIP): Das BIP ist der Marktwert aller für den Endverbrauch bestimmten Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einem bestimmten Zeitabschnitt hergestellt werden.
  • Kenntnis des Marktmodells und Fähigkeit, mit dem Modell selbstständig zu arbeiten
  • Arbeiten mit dem Kreislaufmodell, Aufbereiten von gesamtwirtschaftlichen Größen, Anwenden der Tabellenkalkulation

 

  • Erkennen, wie der Staat auf vielfältige Weise in das Marktgeschehen eingreift
    • Grundelemente der sozialen Marktwirtschaft: Der Begriff “soziale Marktwirtschaft” wurde von Alfred Müller-Armack geprägt und kennzeichnet eine Wirtschaftsordnung, die bei grundsätzlicher Unterstützung der wirtschaftlichen Freiheit zugleich die Regulierungs- und Kontrollfunktion des Staates betont, um unsoziale Auswirkungen zu verhindern und “Wohlstand für alle” zu schaffen.
      Konstituierende Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft:
      1. Primat der Währungspolitik
      Eine freie Marktwirtschaft ist auf das Tauschmittel Geld angewiesen. Dies erfüllt seine elementaren Funktionen aber nur, wenn sich die Austauschrelationen von Gütern und Leistungen nicht durch Veränderungen des Geldwertes, sondern durch Veränderungen von Knappheitssituationen ergeben (Lenkungs- und Signalfunktion freier Preise).
      2. Offene Märkte und Wettbewerbskontrolle
      Es ist Aufgabe des Staates, z.B. durch Gewährung von Gewerbefreiheit und Freizügigkeit für die Öffnung der Märkte zu sorgen. Dazu gehört auch, dass er Markterschließungen durch private Machtgruppen (z.B. Monopolisten, Kartelle) verhindert bzw. selbst den Wettbewerb nicht behindert.
      3. Privateigentum an den Produktionsmitteln
      Die Wettbewerbsordnung soll die Triebkräfte des Selbstinteresses zum Wohle aller zur Entfaltung bringen. Das setzt voraus, dass jeder einzelne über sein Einkommen frei verfügen kann, also auch das Recht hat, mit diesem Eigentum zu erwerben. Gewinnchancen und das Haftungsrisiko des Eigentümers steuern die Unternehmensentscheidungen und lenken das Investitionskapital in die produktivste Verwendung. Privates Eigentum darf aber nicht zur Entstehung von unkontrollierten Machtpositionen führen, da sonst der freie Leistungswettbewerb eingeschränkt wäre.
      4. Vertragsfreiheit
      Wettbewerb funktioniert nur, wenn Haushalte und Unternehmen frei darüber entscheiden können, was sie bei wem zu welchen Bedingungen kaufen oder verkaufen. Vertragsfreiheit soll dazu beitragen, dass sich im Wettbewerb der beste Anbieter durchsetzt. Sie wird unter Umständen jedoch durch staatliche Eingriffe eingeschränkt.
      5. Haftung
      Die Übernahme der Haftung für eigene wirtschaftliche Entscheidungen erfüllt wichtige volkswirtschaftliche Funktionen: rentable Produktion erfordert gute Leistungen, Fehlleistungen führen zu Verlusten, anhaltende Verluste zur Insolvenz, also zum Ausscheiden aus dem Markt. Wer also volkswirtschaftliche Ressourcen dauerhaft unrentabel einsetzt und verschwendet, erhält keinen Zugang mehr zu diesen Ressourcen und hat persönliche Wohlstandsverluste hinzunehmen.
      6. Sozialer Ausgleich durch Einkommensumverteilung
      In einem System des freien Wettbewerbs bestimmen letztlich die Konsumenten, was produziert wird. Damit wird im Idealfall genau nach den Bedürfnissen der Bevölkerung produziert. Wer aber z.B. wegen Krankheit oder Alter nicht (mehr) so leistungsfähig ist wie andere, kann kaum noch eigenes Einkommen erwirtschaften und damit nicht mehr als Nachfrager agieren. Deshalb ist es notwendig, benachteiligten Personen sog. Transfereinkommen zukommen zu lassen, damit sie sich menschenwürdig versorgen können und am Wettbewerbsprozess teilnehmen können. Diese Umverteilung darf aber nicht so weit gehen, dass keine Leistungsanreize mehr bestehen
    • Einkommensumverteilung: In der freien Marktwirtschaft können Einkommen grundsätzlich nur durch das Anbieten von Leistung erzielt werden. In der sozialen Marktwirtschaft tritt neben die Einkommensverteilung durch den Markt die Einkommensumverteilung durch den Staat. Der Staat belastet leistungsfähigere Bürger mit Abgaben und finanziert damit Unterstützungsleistungen an weniger leistungsfähige Teile der Gesellschaft.
    • Staatshaushalt: Im Haushalt werden Einnahmen und Ausgaben des Staates (z.B. des Bundes) gegenübergestellt. Bei einem ausgeglichenen Haushalt sind Einnahmen und Ausgaben gleich. Übersteigen die Ausgaben die Einnahmen, muss das Haushaltsdefizit durch Kreditaufnahme (Neuverschuldung) gedeckt werden. Fortlaufende Haushaltsdefizite führen zu einer Schuldenlast und zu Belastungen durch Zinsen und Rückzahlungen.
    • Sozialversicherung: Zur gesetzlichen Sozialversicherung in Deutschland gehören die Renten-, die Kranken-, die Unfall-, die Arbeitslosen- und die Pflegeversicherung. Durch sie sollen die großen Lebensrisiken Alter, Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit und Pflegebedürftigkeit abgedeckt werden. Die Kosten werden durch Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge in einem Umlageverfahren finanziert, d.h. heutige Beiträge werden für heutige Auszahlungen verwendet.
    • Subsidiaritäts- und Solidaritätsprinzip: Die gesetzliche Sozialversicherung basiert auf dem Subsidiaritäts- und dem Solidaritätsprinzip. Subsidiarität (erst ich, dann alle) bedeutet, dass zunächst jeder selbst innerhalb der eigenen Möglichkeiten seine Aufgaben und Probleme lösen, also auch für seinen Lebensunterhalt sorgen muss. Erst wenn die eigenen Kräfte dafür nicht mehr ausreichen, greift solidarisch (alle für einen) die Gemeinschaft unterstützend ein.
  • Arbeiten mit Modellen, Beurteilen von ökonomischen Entscheidungen, Argumentieren, Begründen eines eigenen Standpunkts
  • Arbeiten mit erweiterten Modellen, Fähigkeit zur Abstraktion, Argumentieren, Beurteilen von ökonomischen Entscheidungen

 

  • Einsicht, dass rechtliche Regelungen wesentliche Rahmenbedingungen des Marktgeschehens bilden
  • Ordnungs- und Schutzfunktion des Rechts: Bei dem Versuch, seine Bedürfnisse zu erfüllen, kommt der Mensch unvermeidbar mit den Bedürfnissen anderer in Konflikt. Rechte und Pflichten des Einzelnen werden daher möglichst klar geregelt (Ordnungsfunktion des Rechts). Dabei soll die Rechtsordnung die Rechte Schwächerer, z.B. der Minderjährigen, besonders schützen (Schutzfunktion des Rechts).
  • Erörtern der Strafzwecke
  • Mit Fachtexten arbeiten

 

  • Einsicht in Chancen und Risiken internationaler Arbeitsteilung
  • Europäische Wirtschafts- und Währungsunion: Mit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in den 1950er-Jahren setzte in Europa eine Entwicklung ein, an deren vorläufigem Ende die Schaffung einer Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) steht. In einer kontinuierlichen Fortentwicklung und Erweiterung der Gemeinschaft ist es nicht zuletzt durch die Gründung der Europäischen Union und die Einführung des Euro innerhalb der Gemeinschaft zur Schaffung eines der größten Wirtschaftsräume weltweit gekommen. Der europäische Binnenmarkt garantiert freien Waren-, Dienstleistungs- Personen- und Kapitalverkehr. Dadurch fördert die EWWU in den Mitgliedstaaten wesentlich das wirtschaftliche Wachstum.
  • Globalisierung: Globalisierung hat verschiedene Dimensionen und Ebenen: wirtschaftliche, politische, gesellschaftlich-soziale, kulturelle und ökologische. Gemeinsam ist allen Dimensionen die zunehmende globale Vernetzung, eine gegenseitige Abhöngigkeit und der Bedeutungsverlust von nationalen Grenzen.
  • Weltwirtschaftliche Verflechtung: Weltwirtschaftliche Verflechtung kann mit Wohlstandsgewinnen für alle Beteiligten verbunden sein. Durch Außenhandel stehen Güter zur Verfügung, die im Inland gar nicht oder nur mit erheblichen Mehrkosten produziert werden könnten. Außerdem kann sich jedes Land auf die Produktion derjenigen Güter spezialisieren, welche es aufgrund seiner Produktionsfaktoren am kostengünstigsten herstellen kann (absolute Kostenvorteile). Selbst wenn ein Land bei allen Gütern Kostenvorteile hätte, würde es sich für dieses Land dennoch lohnen, sich in der Güterproduktion zu spezialisieren und die anderen Güter zu importieren.
  • Beurteilen von ökonomischen Entscheidungen unter den Gesichtspunkten Gerechtigkeit und Effizienz
  • Anwendung von Markt- und Kreislaufmodell in Fallbeispielen
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