Berlin riecht nach Großstadt, klingt nach Straßenmusik und fühlt sich an wie Geschichte zum Anfassen. Für ein paar Tage tauschten wir im Juli 2025 gemeinsam mit der gesamten Fachschaft Politik und Gesellschaft unsere Klassenzimmer gegen die große, laute und bunte Hauptstadt.

Früh am Morgen machten sich die elften Klassen mit gepackten Koffern und viel Vorfreude auf den Weg Richtung Hauptstadt, wo wir am Montag nach einer kurzen Tour vom Brandenburger Tor bis zum Futurium aufbrachen, um abends auf eigene Faust Berlin zu erkunden.

Der erste Ausflug am Dienstag führte uns gemeinsam mit unserem persönlichen Stadtführer Jens nach Potsdam, wo uns im Schloss Sanssouci ein Hauch von preußischer Pracht erwartete. Die kunstvoll gestaltete Fassade, prachtvollen Gärten und die Geschichten rund um Friedrich den Großen beeindruckten – selbst diejenigen, die sich sonst nicht zu den begeisterten Geschichtsinteressierten zählen

Am Abend ging es zurück nach Berlin, wo ein echtes Highlight auf dem Programm stand: eine Aufführung im legendären Friedrichstadt-Palast. Zwischen schillernden Kostümen, beeindruckender Akrobatik und mitreißender Musik staunten wir nicht schlecht über die kreative Kraft und das technische Können dieser spektakulären Show – „Die Bühne wird ja immer größer!“  Ein gelungener Abschluss für den ersten Tag.

Im Park des Schlosses Sanssouci
Schloss Cecilienhof - Historische Stätte der Potsdamer Konferenz
Vor dem Friedrichstadt-Palast

In den Mittwoch starteten wir mit einer weiteren Stadtrundfahrt – dieses Mal durch Berlin selbst. Dabei begegneten uns nicht nur sämtliche touristische Highlights, sondern auch Orte deutscher Geschichte, die wir zuvor nur aus dem Schulbuch kannten. Besonders in Erinnerung blieb dabei der Blick in die ehemalige Todeszone der Berliner Mauer – spannend und zugleich beängstigend.

Es blieb jedoch nicht bei Orten aus einer anderen Zeit. Mit dem Besuch im Bundestag wurde uns ein weiterer Höhepunkt unserer Reise geboten. Beim Gespräch einer Mitarbeiterin der Abgeordneten Dr. Bärbel Kofler der SPD erhielten wir einen Einblick in den interessanten Arbeitsalltag im Bundestag und beim Vortrag im großen Plenarsaal wurden uns alle erdenklichen Fragen von der guten Akustik im Saal bis hin zur Sitzordnung der Abgeordneten beantwortet. Der Blick von der gläsernen Kuppel über die ganze Stadt rundete unseren Besuch perfekt ab – selten war Demokratie derart greifbar wie an diesem Tag.

Die zwei darauffolgenden Tage standen ganz im Zeichen der Geschichte – und zwar aus zwei völlig unterschiedlichen Blickwinkeln. Zunächst tauchten wir im Neuen Museum in die Welt der Antike ein: Mumien, Hieroglyphen und natürlich die berühmte Büste der Nofretete sorgten für Staunen und ehrfürchtiges Schweigen. Die eindrucksvolle Architektur des Museums und die kunstvoll inszenierten Ausstellungen machten den Besuch zu einem echten Erlebnis.

Am Nachmittag ging es genauso eindrucksvoll und doch ganz anders weiter: Die Ausstellung der Topographie des Terrors erinnerte eindrucksvoll an die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Rolle von Gestapo und SS. Fotos, Dokumente und Augenzeugenberichte macht deutlich, wie nah uns diese Geschichte trotz der zeitlichen Distanz noch ist. Es war ein stiller, nachdenklicher Besuch – aber ein Eindruck, der bleibt.

Die Berlinfahrt war weit mehr als ein Ortswechsel – sie war eine Reise durch Zeiten, Themen und Perspektiven. Zwischen Geschichte und Gegenwart, Museumsbesuchen und Gesprächen, Kulturprogramm und politischen Einblicken konnten wir nicht nur vieles lernen, sondern auch als Jahrgang zusammenwachsen. Die Tage in Berlin haben uns gezeigt, wie lebendig und greifbar Geschichte sein kann – und wie wichtig es ist, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Nach einem letzten Mal „auf der Piste“ endete unsere Reise. Mit vielen Eindrücken im Gepäck, ein bisschen müde, aber um viele Erfahrungen reicher, traten wir die Heimreise an – und waren uns einig: Diese Fahrt wird so vielseitig in Erinnerung bleiben wie keine andere.

Katharina Schöll, 11c

(Fotos von K. Schöll, S. Grabinger, S. Liebl)

Zwischen Bundestag und Streetart – Studienfahrt der 11. Klassen nach Berlin 2025
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