Ein Reisebericht von Laura Obendorfer und Emma Köhn
Vom 23. Oktober bis zum 7. November hatte ich gemeinsam mit 19 weiteren Schülerinnen und Schülern der 11. und 12. Jahrgangsstufe die besondere Gelegenheit, an dem China-Austausch unserer Schule teilzunehmen. Organisiert wurde diese außergewöhnliche Reise von Frau Berbig und Herrn Mayer, denen an dieser Stelle ein besonderer Dank für ihr großes Engagement und ihre sorgfältige Planung gilt.
Unsere Reise führte uns zunächst nach Peking (23.–28. Oktober), anschließend nach Shanghai (28.–30. Oktober) und schließlich nach Xiamen (30. Oktober–7. November). Während wir in Peking und Shanghai in Hotels untergebracht waren, begann in Xiamen der eigentliche Austausch: Dort lebten wir eine Woche lang bei unseren chinesischen Austauschschülerinnen und -schülern in Gastfamilien, was uns einen unmittelbaren Einblick in den chinesischen Alltag ermöglichte. (Laura Obendorfer)
Teil 1 der Reise: Peking und Shanghai
In Peking besuchten wir zahlreiche historische Orte, die uns einen Einblick in die chinesische Kultur gaben. Besonders beeindruckend für mich war die Chinesische Mauer, die man sonst nur aus Bildern kennt. Sie dann tatsächlich vor sich zu sehen, war ein Moment, den ich so schnell nicht vergessen werden. Ebenso eindrucksvoll waren der Sommerpalast und der Himmelstempel, welche beide mit ihren detailreichen Verzierungen und großen Gärten begeisterten. Auch ein kurzer Besuch im Mao-Mausoleum gehörte zu unserem Programm. Es war interessant, diesen geschichtsreichen Ort zu sehen, auch wenn man nur kurz durchgehen darf.
Shanghai war fast das Gegenteil von Peking. Es erwartete uns eine moderne Stadt. Eines der größten Highlights hier war der Besuch des Shanghai Towers. Wir hatten von der Aussichtsplattform einen Blick auf die gesamte Stadt. Ein weiterer unvergesslicher Moment für mich war unser letzter gemeinsamer Abend auf einer Rooftop -Bar in Shanghai. Von dort aus konnten wir die unglaubliche Skyline mit dem World Financial Center, dem Shanghai Tower und dem Oriental Pearl Tower sehen. Obwohl wir nur wenige Tage in Shanghai waren, hatten wir genügend Zeit, die wichtigsten Teile der Stadt zu entdecken.
Zusätzlich zu den bereits erwähnten Sehenswürdigkeiten hatten wir die Gelegenheit, weitere traditionelle Plätze wie Tempel und prachtvolle Gärten aufzusuchen, lebhafte Märkte wie den Panjiayuan-Nachtmarkt zu entdecken oder mit einem Boot entlang der Skyline zu fahren. Überall trafen wir auf neue Eindrücke, Menschen und Erinnerungen, die diese Reise zu etwas Außergewöhnlichen machten. (Emma Köhn)
Teil 2 der Reise: zu Gast bei der Hubin Highschool in Xiamen
Bereits bei unserer Ankunft wurden wir sehr herzlich von den Lehrkräften der Partnerschule empfangen. Während unseres gesamten Aufenthalts begleiteten uns ein Videograf sowie eine Dolmetscherin, was nicht nur die Verständigung erleichterte, sondern auch viele besondere Momente dokumentierte.
Besonders beeindruckt hat mich der chinesische Schulalltag. Meine Austauschpartnerin Think und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler hatten teilweise bis 21 Uhr Unterricht – ein deutlicher Unterschied zum deutschen Schulsystem. Auch die Schule selbst hinterließ einen bleibenden Eindruck: Sie war sehr groß und verfügte über eine Vielzahl sportlicher Einrichtungen, darunter ein riesiger Sportplatz mit Tartanbahn, auf dem in jeder Pause Schülergruppen joggten, ein Schwimmbecken sowie Tennis-, Basketball- und Volleyballfelder.
Gemeinsam mit Think nahm ich täglich den Bus zur Schule. Als deutsche Schülergruppe nahmen wir an zahlreichen Aktivitäten teil, darunter eine Schulführung, das Knüpfen chinesischer Knoten, ein Besuch auf einem Fisch- und Fleischmarkt (ein sogenannter Wet-Market), die Besichtigung einer Kanone aus dem Zweiten Weltkrieg, ein Ausflug zur Universität Xiamen, ein Museumsbesuch sowie eine Bootstour zu den sogenannten Taiwan-Felsen.
Am letzten Tag lernten wir unsere chinesischen Namen, die wir anschließend selbst mit Tusche malten. Am Nachmittag fand das „Fest des chinesisch-deutschen kulturellen Austauschs der Xiamen Hubin-Mittelschule“ statt. Schülerinnen und Schüler präsentierten ein abwechslungsreiches Programm mit Bandauftritten, Cheerleadern, Klavier- und Gesangssoli, einer Geigendarbietung sowie einer Zaubershow. Den Abschluss bildeten wir als deutsche Gruppe mit einem Tanz zu Cotton Eye Joe sowie, passend zu unserer Herkunft, einer Kirwapolka in Dirndl und Lederhose.
Ich lebte bei einer Gastfamilie mit Mutter, Vater, Sohn und Tochter, die mich äußerst herzlich und offen aufnahm. Wir machten viele Fotos zusammen, ich durfte mehrmals beim Kochen helfen und wir verbrachten viel Zeit miteinander, unter anderem bei gemeinsamen Restaurantbesuchen.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Spaziergang an der Uferpromenade, nach dem wir gemeinsam Tee tranken. Dabei lernte ich, dass Tee in China auf ganz andere Weise zubereitet wird: mit sehr kurzen Aufgusszeiten, kleinen Gläsern – und die erste Runde wird traditionell weggeschüttet, da sie lediglich dazu dient, die Gläser aufzuwärmen und zu reinigen.
Am Wochenende trafen wir uns außerdem mit zwei weiteren deutschen Schülerinnen und ihren Austauschpartnerinnen. Gemeinsam erkundeten wir ein sogenanntes „Katzenviertel“, machten einen Strandspaziergang und besuchten einen Tempel in der Nähe des Flughafens, wo viele besondere Fotos entstanden.
Immer wieder wurden wir – insbesondere von Schülerinnen und Schülern der Austauschschule – angesprochen und um Fotos gebeten. Diese Offenheit und Neugier verdeutlichten, wie groß das gegenseitige Interesse war und wie bereichernd dieser Austausch für beide Seiten empfunden wurde.
Ich kann diesen Austausch uneingeschränkt weiterempfehlen. Es war eine außergewöhnliche Reise, auf der ich viel sehen, erleben und ausprobieren durfte – auch kulinarisch. Auf Wattwürmer würde ich persönlich verzichten, doch auf alles andere konnte man sich einlassen, zumindest probieren und auch genießen. Entscheidend ist vor allem die Offenheit gegenüber Neuem: Man wächst über sich hinaus, knüpft neue Freundschaften und sammelt Eindrücke, die lange nachwirken. Diese Zeit wird mir dauerhaft in Erinnerung bleiben. (Laura Obendorfer)
