Katholische Religionslehre
Katholischer Religionsunterricht im Horizont von Weltjugendtag und dem Besuch unseres Papstes Benedikt XVI. in Bayern
"Gehen wir mit dem Stern" - unter diesem Leitmotto stand der noch auf den verstorbenen Papst Johannes Paul II. zurückgehende Weltjugendtag im August 2005 in Köln. Viele Jugendliche aus aller Welt machten sich auf den Weg zu diesem religiösen Großereignis. Für die meisten Teilnehmer - darunter auch Schüler des C.-F.-G.-Gymnasiums - wurde damit Kirche in einer spirituellen Weise erfahrbar, die Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache bei der Vigil mit den Jugendlichen auf dem Marienfeld am Samstagabend (20. August) ausgesprochen hat: "Die Kirche ist wie eine menschliche Familie, und sie ist doch zugleich die große Familie Gottes, durch die er einen Raum der Gemeinschaft und der Einheit quer durch die Kontinente, durch die Kulturen und Nationen legt."
Die Heranwachsenden waren sichtlich begeistert vom Erlebnis der Glaubensgemeinschaft, nach eigener Auskunft insbesondere von den häufig durch Bischöfe durchgeführten Katechesen wichtiger Bibelstellen in den frühen Morgenstunden. Freilich stehen besonnene Teilnehmer dem äußerlichen Event-Charakter solcher Großveranstaltungen ähnlich wie unser behutsamer Papst durchaus kritisch gegenüber. Bei seiner Predigt am Schlusstag rief er deshalb mit Recht dazu auf: "Entdecken wir den inneren Reichtum des Gottesdienstes der Kirche und seine wahre Größe: dass da nicht wir uns allein ein Fest machen, sondern dass der lebendige Gott uns ein Fest gibt."
In diesem Zusammenhang stellte er einerseits eine "merkwürdige Gottvergessenheit" bei gleichzeitiger Lebensunzufriedenheit vieler Menschen fest. Dennoch gebe es andererseits auch einen "Boom des Religiösen", der sie zum Marktprodukt herabwürdige. Deshalb appellierte er an die Verantwortlichen, nicht zuletzt die Jugendlichen, den Menschen dabei zu helfen, "den wirklichen Stern zu entdecken, der uns den Weg zeigt: Jesus Christus". Die Eltern, die Pfarrgemeinden und die Religionslehrer zählen gleichermaßen zu diesen Verantwortlichen. Gerade die Eltern dürfen ihre Kinder nicht "um Gott betrügen" (A. Biesinger). Christlicher Glaube ist unseren Kindern nur möglich, wenn er auch in den Familien fest verankert ist. Nur ein von den Eltern und in den Familien gelebter Glaube kann in den Herzen der jungen Menschen Wurzeln schlagen. Eltern und Religionslehrer können letztlich nur gemeinsam zu Wegbegleitern der Schüler werden. Auf diese Weise kann im Kleinen das erfahren werden, was der Besuch von Papst Benedikt XVI. Mitte September diese Jahres zu seinem Leitmotto gemacht hat: "Wer glaubt, ist nie allein".
R. Glöckl







