W-Seminar Geographie
W-Seminar Geographie
Seminarthema: "Aktuelle Entwicklungen und Probleme städtischer Räume"
Zielsetzung des Seminars:
- Kennenlernen wichtiger Arbeitsweisen der Stadtgeographie
- Verständnis entwickeln für Problemfelder der Stadtentwicklung sowie für Entwicklungsprozesse in Städten
- Sensibilisierung für Fragen der Raumordnung und Raumplanung
- Kennenlernen von Stadtstrukturen in verschiedenen Kulturerdteilen
- Auseinandersetzen mit aktuellen städtischen Phänomenen
Große Exkursion des W-Seminars
Themen der Seminararbeiten
Vorgegeben waren die folgenden Themenkreise, die einzelnen Themen für die Seminararbeiten gehen zum größten Teil auf Vorschläge der SchülerInnen zurück.
Themenkreis 1: Städtische Krisenregionen
- Slums – Probleme und Verbesserungsmaßnahmen am Beispiel von Rio de Janeiro (Elisabeth Jung)
Slums stellen eine der größten und aktuellsten Herausforderungen für städtische Räume dar. Diese Seminararbeit befasst sich mit verschiedenen Aspekten dieses großen Problembereichs und versucht dabei, einen groben Einblick in die Thematik zu gewähren.
So werden neben der Entstehung und der Ausbreitung von Elendsvierteln auch die Probleme behandelt, die sich für ihre Bewohner in verschieden starker Ausprägung ergeben, darunter umweltbedingte Risiken wie Umweltverschmutzung oder Naturkatastrophen, mangelnde Was-serversorgung, Verkehrsdefizite und nicht zuletzt minderwertige Unterkünfte, die man am ausgeprägtesten in sog. Squattersiedlungen findet.
Doch nicht nur die negativen Gegebenheiten werden erläutert, sondern auch Verbesserungsmaßnahmen, die die Situation der Armen zu erleichtern suchen, ganz besonders geht der Text dabei auf das Favela-Bairro Programm in Rio de Janeiro ein.
Abschließend werden noch kurz die Zukunftsaussichten der Slums dargelegt, deren weitere Ausbreitung man erwartet.
(Elisabeth Jung) - Von South Central bis Bel Air – Segregation in nordamerikanischen Städten am Beispiel von Los Angeles (Thomas Penner)
Die USA leben seit ihrer Gründung von der kulturellen und ethnischen Vielfalt ihrer Bewohner. Der "melting pot of nations" zieht mit seinen lukrativen Arbeitsplätzen und dem typisch amerikanischen Freiheitsgedanken Menschen aus aller Welt an. Vor allem die Megacity Los Angeles ist von einer massiven Zuwanderung vor allem von Hispanics und Asiaten gekennzeichnet. Die daraus entstehende ethnische Stadtlandschaft ist keineswegs ausgeglichen durchgemischt, es sind vielmehr verschiedene Ausprägungen der Segregation zu finden. So bilden sich z.B. Arbeiterviertel, die vorwiegend von Leuten hispanischen Ursprungs besiedelt werden, neben Reichenvierteln, die fast ausschließlich von der weißen High-Society Hollywoods bewohnt werden. Die Stadt ist ständig verschiedenen Migrations- und Binnenwanderungsbewegungen ausgesetzt, weswegen Segregation vor allem hier als nicht endender Prozess verstanden werden kann.
(Thomas Penner)
Themenkreis 2: Stadtgeographische Aspekte des Heimatraumes
- Die Umsiedlung von Wackersdorf aufgrund des Braunkohleabbaus (Antonia Bausewein)
Diese Arbeit legt anfangs grundlegende Informationen über den Braunkohleabbau bei Wackersdorf und die Gesellschaft BBI AG dar. Jene baute im Umfeld Altwackersdorfs rentable Kohleflöze ab. Die Förderung war so ertragreich, dass durch das stetige Expandieren neue, nicht einkalkulierte Probleme entstanden, wie beispielsweise enormer Wohnungsmangel für Angestellte oder, als größtes, die ungünstige Lage Altwackersdorfs, da dieses auf einem sehr ergiebigen Kohlevorkommen lag. Nach ausgiebigem Abwägen von Pro und Contra entschied man sich deshalb am 13. Oktober 1948 Altwackersdorf umzusiedeln.
Im Hauptteil wird der Verlauf dieser Umsiedlung, insbesondere der Bau der Ost- und Westkolonie thematisiert und schließlich werden die Jahre der Umsiedlung 1950 bis 1953 beschrieben.
Am Ende dieser Facharbeit werden Vor- und Nachteile, die sich für die Gemeinde von Neuwackersdorf ergaben, diskutiert. Ich komme schließlich zu dem Resultat, dass die Bürger der neu-en Gemeinde durch z.B. den Erwerb der Kanalisation und neuer Wohnungsräume nur Vorteile aus diesem großen und gewagten Projekt zogen.
(Antonia Bausewein) - Entwicklung der Kanal- und Abwassersysteme in Schwandorf (Korbinian Graßmann)
In den Anfängen des 19. Jahrhunderts herrschten in Schwandorf noch unhygienische Zustände. Die Menschen damals entsorgten ihre Fäkalien überall, beispielsweise auf Straßen, Plätzen und auf den Feldern. Der Großteil dieser Fäkalien wurde durch den Regen in die öffentlichen Gewässer gespült und gelangte somit in das Grundwasser.
Mit dem Bau der Kanäle in den 20er Jahren konnte das Abwasser schneller aus der Stadt abgeführt werden. Diese Kanäle mündeten aber direkt in die Naab. Bis zum Krieg wurde das häusliche Abwasser in sogenannten Abwassergruben gespeichert. Das Überwasser wurde entweder in den Kanal oder in einen Abwassergraben geleitet. War kein Graben vorhanden, so musste man das Wasser an Ort und Stelle im Boden versickern lassen. Kriegseinwirkungen zerstörten dann Teile der vorhandenen Kanalisation und Wasserleitungen.
Nach dem Krieg begann man das Kanalnetz weiter auszubauen und eine Kläranlage zu errichten. Das Bewusstsein für den Gewässerschutz rückte in den Vordergrund. In den 50er und 60er Jahren konnte man mit modernen Maschinen und Werkstoffen schneller Entwässerungsleitungen herstellen und bauen. Ein flächendeckendes Kanalnetz entstand. Durch den Anschluss und den Benutzungszwang wurden die Bürger verpflichtet, ihre Abwässer an die städtische Entwässerungsanlagen anzuschließen. Die Eingemeindung vergrößerte das Einzugsgebiet und man beschloss den Bau einer gemeinsamen Verbandskläranlage, in der das Abwasser mit modernster Technik gereinigt wird. Die Ortsteile wurden mit Druckleitungen und Anschlusskanälen an das städtische Kanalnetz angeschlossen.
Insgesamt hat die Stadt Schwandorf heute 130 Kilometer Regenwasserkanäle und 220 Kilometer Schutzwasserkanäle. Die Gewässerverunreinigungen haben sich durch den Bau von Kläranlagen erheblich verbessert.
(Graßmann Korbinian) - Städtetourismus in Regensburg (Sandra Jederan)
In meiner Arbeit definiere ich zunächst den Begriff "Städtetourismus", beschreibe die typische Städtereise und erläutere verschiedene Möglichkeiten der Städtereisen wie den Tagesausflug, den Wochenendtrip, die Shoppingreise, die Kunst- und Kulturreise und die Geschäftsreise. Im nächsten Aspekt werden verschiedenen Arten von Besuchergruppen untersucht.
Das Hauptthema "Städtetourismus am Beispiel Regensburg" wird eingeleitet durch eine kurze Darstellung historischer Hintergründe und beleuchtet touristische Ziele im Stadtbereich und der Umgebung. Dem folgt eine Analyse der wesentlichen touristischen Kennzahlen (Gäste- und Bettenanzahl, in- und ausländischen Besucher, Geschäftsreisen), bevor untersucht wird, wie sich der Städtetourismus auf die Wirtschaft und Infrastruktur der Stadt auswirkt, wer davon in welcher Weise profitiert.
(Sandra Jederan) - Das TWF-Gelände in Schwandorf – vom "Schandfleck" zum neuen City Center? (Liepelt Markus)
Seit 1994 ist das Gelände der ehemaligen Tonwarenfabrik in Schwandorf ungenutzt. Eine Bebauung wird schon lange diskutiert, allerdings müssen hierfür viele Dinge wie z.B. die aktuelle Verkehrslage und das bestehende Einzelhandelssortiment in der Innenstadt berücksichtigt werden. Das Areal bietet als letzte große ungenutzte Fläche in Nähe der Innenstadt die Möglichkeit, die Schwandorfer Innenstadt als Einzelhandelsstandort zu stärken. Nachdem die Stadt Schwandorf 2010 einen Bebauungsplan erstellt hat, scheint eine Bebauung des Geländes in naher Zukunft möglich zu sein.
(Markus Liepelt) - Stadtteil Burgweinting – Planung, Entwicklung und Zukunft ( Tobias Schönfelder)
Themenkreis 3: Städtebauliche Großprojekte
- Die HafenCity Hamburg – das derzeit größte innerstädtische Stadtentwicklungsprojekt Europas (Julia Alt)
Das Gebiet der HafenCity erstreckt sich mitten im Stadtzentrum und liegt im Bezirk Hamburg-Mitte. Die HafenCity bietet die Entwicklung eines neuen Stadtteils, der die Fläche der Hambur-ger Innenstadt um 40% vergrößert und somit europaweit neue Maßstäbe setzt. Bekannt ist die HafenCity vor allem durch die Elbphilharmonie geworden, die als Wahrzeichen dieses Stadtteils bezeichnet wird.
Auf einer Fläche von 157 Hektar entsteht ein lebendiger innenstädtischer Raum mit einer Mischung von Arbeits- und Wohnnutzung, von Einzelhandel, Freizeit, Gastronomie und Kultur. Nach der Fertigstellung des Projekts im Jahr 2025 sollen 5.800 Wohnungen für 12.000 Einwohner und Dienstleistungsflächen mit mehr als 45.000 Arbeitsplätzen vorhanden sein.
Mit der HafenCity baut Hamburg für die Zukunft, denn die Nachhaltigkeit wird dort großgeschrieben. Genauer untersucht werden hier die Aspekte des schonenden Umgangs mit Res-sourcen sowie des Hochwasserschutzes des sich direkt im Überflutungsbereich der Elbe befindenden Stadtteils.
(Julia Alt) - Berlins neue Mitte: Das Humboldt-Forum – bedeutendstes kulturelles Bauvorhaben Deutschlands (Thomas Körtl)
Das Humboldt Forum, das in der Mitte Berlins im Stadtteil Areal Mitte Spreeinsel auf dem Schlossplatz im rekonstruierten Berliner Stadtschloss entstehen soll, ist eines der ambitioniertesten Kulturprojekte der Bundesrepublik.
In ihm werden die Kultur Deutschlands und in wechselnden Ausstellungen die Kultur anderer Länder präsentiert, um den Bürgern aus In- und Ausland die Möglichkeit zu geben, sich in einer globalisierten Welt über andere Staaten zu informieren und Vorurteile abzubauen.
Diese Seminararbeit dokumentiert die bisher wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Humboldt Forum. Es werden dessen Planung sowie der Siegerentwurf des italienischen Architekten Franco Stella beschrieben, wobei ein besonderes Augenmerk auf die städtebauliche Gegebenheiten, die das alte Schloss beeinflusst haben und das neue beeinflussen werden, gelegt wird. Außerdem wird die jetzige und zukünftige Nutzung des Schlossplatzes bis zum Bau des Humboldt Forums geschildert. Weitere Punkte, die behandelt werden, sind das bereits heute fertiggestellte Verkehrskonzept für die Zeit nach Abschluss des Schlosswiederaufbaus und dessen Finanzierung.
(Thomas Körtl) - The Palm Jumeira (Maria-Christin Mandl)
- Der Rheinauhafen – Entwicklung zu einem pulsierenden Stadtteil Kölns (Carolin Reimer)
Aus einem ehemals bedeutenden Umschlaghafen entsteht im Laufe der Zeit ein völlig modernes, pulsierendes Kölner Stadtviertel. Der alte Hafencharakter wird dennoch durch die denk-malgeschützten Gebäude beibehalten und zusammen mit den architektonisch heraus-ragenden Neubauten erhält der Rheinauhafen einen ganz besonderen Flair. Die Revitalisierung des Rheinauhafens verleiht der Stadt Köln jedoch nicht nur eine neue Stadtsilhouette. Mittlerweile haben sich dort viele bekannte Unternehmen niedergelassen und neben den Büros sind auch die Wohnungen heiß begehrt. Doch die günstige Lage, das einmalige Panorama, die Modernität und schließlich die Wirtschaftlichkeit dieser Bauten spiegeln sich im Preis wieder. Wie sich dieses Projekt noch in Zukunft entwickeln wird, bleibt also eine spannende Frage.
(Carolin Reimer) - Masdar – Prototyp eines nachhaltigen Stadtmodells (Nina Zitzler)
Ein großes Problem unserer heutigen Zeit ist der vom Mensch verursachte Klimawandel. Unter diesem Aspekt ist das Projekt "Masdar City" als äußerst wichtig einzustufen, denn Masdar soll als "Prototyp der Stadt der Zukunft" gelten: Sie soll die erste Stadt weltweit sein, die komplett emissionsfrei und somit klimafreundlich und nachhaltig ist. Deswegen soll Masdar City beispielsweise nur mit sauberer Energie versorgt und mit neuesten Technologien ausgestattet werden. Das ehrgeizige Projekt wird derzeitig schon im Emirat Abu Dhabi nach dem Masterplan von Foster & Partners verwirklicht und soll nach der Fertigstellung ein Zuhause für ca. 50.000 Menschen sein. Außerdem ist Masdar von Bedeutung, da dort die weltweit erste Universität verwirklicht wird, die sich nur dem Bereich der regenerativen Energien widmet.
Da das Thema meiner Seminararbeit "Masdar- Prototyp eines nachhaltigen Stadtmodells" lautet, werde ich den Schwerpunkt meiner Arbeit auf die Nachhaltigkeit dieser futuristischen Stadt legen und wie diese erreicht werden soll. Abschließend erfolgt die Bewertung, ob Masdar City wirklich als Prototyp der Stadt der Zukunft gesehen werden kann oder nur Illusion ist. Soviel sei vorweggenommen: Masdar City ist in jeder Hinsicht ein sehr interessantes, richtungsweisendes und wichtiges Projekt, das jedoch noch in der Planung Mängel aufweist und einige Startschwierigkeiten, wie z.B. die Weltwirtschaftskrise, überstehen muss. Das Wichtigste ist jedoch, dass mit dem Projekt "Masdar City" der Grundstein für den postfossilen Städtebau gelegt wird.
(Nina Zitzler)
Themenkreis 4: Städte in Risikoregionen
- Venedigs Probleme mit Hochwasser (Ramona Heimerl)
Meine Arbeit untersucht natürliche und anthropogene Ursachen für die Bedrohung Venedigs durch Hochwasser wie z.B. den steigenden Meerwasserspiegel durch den Klimawandel oder technische Eingriffe des Menschen in den natürlichen Wasserhaushalt der Lagune.
Der Beschreibung der daraus resultierenden Schäden folgt eine Analyse möglicher Gegenmaßnahmen, wobei das Hauptaugenmerk auf einer Darstellung des Projekts M.O.S.E. liegt. Dabei handelt es sich um ein modernes Schleusensystem, das bis zu einer ökologisch einwandfreien längerfristigen Lösung vorerst einen guten Hochwasserschutz für Venedig darstellt.
(Heimerl Ramona)







