Fachschaft Geschichte / Sozialkunde


Der neue Lehrplan für G8 formuliert das Selbstverständnis des Faches Geschichte folgendermaßen: "Die Schüler erlangen durch den Unterricht im Fach Geschichte am Gymnasium vertiefte Erkenntnisse über Strukturen, Entwicklungen, Ereignisse und Persönlichkeiten, welche die Vergangenheit geprägt haben und damit auch das Leben in der Gegenwart beeinflussen. Sie erhalten einen Einblick in das Denken und Handeln der Menschen in früheren Zeiten. Ihnen wird bewusst, wie historisches Wissen entsteht, und sie entdecken das Faszinierende an der Beschäftigung mit der Dimension ‚Zeit'. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit fördert die Bereitschaft, sich mit dem zeitlich und räumlich Fernen sowie dem Fremden und Ungewohnten auseinander zu setzen und ihm mit Offenheit zu begegnen. Gleichzeitig erleichtert die Beschäftigung mit Zusammenhängen zwischen Vergangenheit und Gegenwart die Orientierung der Schüler in ihrer eigenen Lebenswelt. Das Erkennen der historischen Bedingtheit der Gegenwart stellt eine wichtige Voraussetzung für die Mitgestaltung der Zukunft dar. Ein vertieftes historisches Bewusstsein ist somit wesentlicher Bestandteil einer soliden politischen Bildung."

Dieses Selbstverständnis des Faches soll den Schülern vermittelt werden. Dabei sieht der Lehrplan in der Unter- und Mittelstufe eine chronologische Behandlung des geschichtlichen Verlaufes dar::

6. Jgst.: Von den Anfängen der Erde und den ersten Menschen bis zum Reich der Franken
7. Jgst.: Vom Mittelalter bis zum Absolutismus
8. Jgst.: Von der Aufklärung und der Französischen Revolution bis zum Ende des 1. Weltkriegs
9. Jgst.: Weimarer Republik, NS-Diktatur, Zweiter Weltkrieg, Geschichte nach diesem Krieg bis etwa 1961
10. Jgst.: Bis zur Jetztzeit (Kalter Krieg, Weltmächte, deutsche Teilung, Wiedervereinigung …)
Großen Wert legt der Lehrplan auf die Vermittlung von Arbeitstechniken und auf das nachhaltige Lernen mittels des sog. Grundwissens, das von den Schülerinnen und Schülern stets beherrscht werden soll.
In der Oberstufe hat sich der Stoff im Vergleich zur Kollegstufe stark verändert:
11. Jgst.: Gesellschaft im Wandel vom 15. bis zum 19. Jahrhundert
                Demokratie und Diktatur: Probleme der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert
12. Jgst.: Historische Komponenten europäischer Kultur und Gesellschaft
                 Konfliktregionen und Akteure internationaler Politik in historischer Perspektive
Dabei ist nun in der 10. – 12. Jgst. eine enge Zusammenarbeit der Fächer Geschichte und Sozialkunde vorgegeben und verpflichtend.
In Sozialkunde soll den Schülerinnen und Schülern der Wert einer Demokratie vermittelt werden, sie sollen dabei zu politischer und gesellschaftlicher Verantwortung und Partizipation angeregt werden. Der Lehrplan für Sozialkunde sieht folgende Schwerpunkte vor:
10. Jgst.: Verfassung und politischer Prozess in Deutschland
11. Jgst.: Gesellschaft und politische Systeme im 21. Jahrhundert
12. Jgst.: Internationale Politik: Akteure – Handlungsfelder – Perspektiven
Die Themen in den beiden Fächern sind in den jeweiligen Jahrgangsstufen eng miteinander verzahnt. Im Abitur kann (schriftlich und mündlich) gewählt werden zwischen einem reinen Abiturfach Geschichte und einem Kombi-Abiturfach Geschichte + Sozialkunde, d.h. ein reines Abiturfach Sozialkunde ist hier nicht möglich.
Exkursionen und verschiedene Veranstaltungen sollen den Unterricht beleben, vertiefen und veranschaulichen. So wurden etwa folgende Veranstaltungen durchgeführt: Exkursionen zu einer KZ- Gedenkstätte (Dachau oder Flossenbürg), Klassenfahrten nach Bonn, Straßburg und Berlin, Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, Besuch in einer Synagoge, Römer in Regensburg, Projekt Steinzeit, Ausstellung „Die Mauer“, Ausstellung von kommentierten politischen Karikaturen, Veranstaltungen mit der Bundeswehr (Jugendoffizier, Truppenbesuche), Vorträge über Rechtsradikalismus und Drittes Reich usw. Besonderen Wert legt man auch auf „Geschichte vor Ort“, wie z. B. „Geschichte des Schwandorfer Gymnasiums“, „Entnazifizierung in Schwandorf“, „Juden in Schwandorf“ und „Schwandorf 1945 – 1949“. Einen Schwerpunkt stellt das Thema „Rechtsradikalismus und Rassismus“ dar. Ein willkommener Gast bis zu seinem Tode war Herr Otto Schwerdt, einer der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Regensburg. Vor den stets sehr betroffenen Schülern (ab der 9. Jgst.) erzählte er von seinen Erlebnissen als rassisch Verfolgter im Dritten Reich. Er überlebte das KZ Auschwitz, verlor jedoch seine Mutter, seinen Bruder und seine Schwester. Einen Beitrag zu diesem Thema stellt auch eine Veröffentlichung des Fachbetreuers dar: Erich Zweck, Der Weg ins Verhängnis. Schwandorf im Jahre 1933, Schwandorf 2010, 308 Seiten (in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Schwandorf).

Otto Schwerdt, einer der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Regensburg

Foto: Erich Zweck

Im Jahre 2006 feierte die Stadt Schwandorf die erste Erwähnung ihres Ortes vor 1000 Jahren. Am reichhaltigen Veranstaltungskalender des Festjahres hatte sich auch die Fachschaft beteiligt. StD Zweck, der Fachbetreuer, hatte dazu mit dem Stadtarchiv Schwandorf zwei Ausstellungen konzipiert.

1. Vom 7.2. - 10.3.2006 wurde bereits das Thema "Der Prozess der Entnazifizierung nach dem 2. Weltkrieg - am Beispiel der Stadt Schwandorf" der Öffentlichkeit in der Stadtbibliothek Schwandorf vorgestellt.

2. Vom 24.10. - 31.12.2006 wird im Rathaus eine Ausstellung zum Thema "Zuerst Begeisterung, dann Not und Drangsal" Schwandorf während des 1. Weltkriegs (1914 - 1918)" gezeigt. Dazu erscheint eine reichbebilderte Begleitbroschüre.

Am 17. April 1945 war Schwandorf schwer bombardiert und zu einem großen Teil zerstört worden. Jedes Jahr gedenkt die Bevölkerung Schwandorfs der über 1250 Toten von damals. Auch die Fachschaft Geschichte ist an diversen Veranstaltungen besonders bei den Gedenktagen im Zehn-Jahres-Rhythmus beteiligt, mit Mitarbeit an Ausstellungen und Vorträgen.

Ausstellungen und Vorträge zum 17. April 1945

Erich Zweck


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