Fachschaft Englisch

Fahrten und Auslandsaufenthalte


Folgende Links sollen all jenen helfen, die gerne ein Schuljahr im Ausland verbringen würden:

Großbritannien

www.britischebotschaft.de
Allgemeine Informationen.

www.britishcouncil.de
British Council ist Großbritanniens internationale Organisation für kulturelle und wissenschaftliche Beziehungen.

USA

www.amerikahaus.de
Informationen zu Bildungs- und Ausbildungsvorhaben in den USA wie Schüler- und Jugendaustausch, Studium, Praktikum, berufliche Weiterbildung.

www.us-botschaft.de
Allgemeine Visa-Informationen.

Parlamentarisches Patenschaftsprogramm
Das Parlamentarisches Patenschaftsprogramm vergibt Stipendien für ein Schuljahr in den USA über die folgenden Austauschorganisationen:

American Field Service - Interkulturelle Begegnungen e.V.

Deutsches Youth for Understanding Komitee e.V.

Partnership International e.V.

GIVE e.V.

EXPERIMENT e.V.

Wichtig: Frühzeitige Bewerbung - in der Regel am Ende der JS 9, wenn man die JS 11 im Ausland verbringen will.


Broadstairs 2013

Ein Bericht von Angelika Weigert

Zu Beginn der letzten Sommerferienwoche stürzten sich 58 wissbegierige Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe zusammen mit den Englischlehrerinnen Elke Groda und Angelika Weigert in das Abenteuer England. Auf dem Programm stand eine einwöchige Sprachlernreise nach Broadstairs in Südengland. Dort waren die Gymnasiasten jeweils zu zweit oder zu dritt in Gastfamilien untergebracht und nahmen vormittags von 9 bis 12.15 Uhr am Unterricht in der Kent School of English teil.

An den Nachmittagen und auch an den Abenden wurden von den betreuenden Lehrkräften der KSE diverse Aktivitäten angeboten: Am ersten Tag gab es eine Art Schnitzeljagd durch das Küstenstädtchen, am Abend konnten die Schüler eine Live-Band gesanglich unterstützen. Am Dienstagnachmittag stand ein Ausflug zu den berühmten Kreidefelsen und dem Castle in Dover auf dem Programm, worauf am Abend ein - im wahrsten Sinne des Wortes - heißer Discoabend folgte. Der dritte Nachmittag führte die deutsche Gruppe in das etwa 15 km entfernte Canterbury, eine wunderschöne historische Stadt mit beeindruckender Kathedrale. Der Tag endete mit einem überaus witzigen Karaokeabend, bei dem auch die beiden begleitenden Lehrerinnen und der kompetente Busfahrer nicht verschont wurden. Am Donnerstagnachmittag konnten die Schüler bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen zwischen verschiedenen Aktivitäten wie Fußball, Beachvolleyball oder Arts and Crafts wählen. Am Abend besuchten die Gymnasiasten das Kino in Broadstairs, wo sie den Film Percy Jackson sehen konnten. Der Freitagnachmittag wurde mit Bowling bestritten. Beim abendlichen Barn Dance warfen sich die bayerischen Mädels und Jungs in ihre Dirndl bzw. Lederhosen und ernteten damit sowohl bei den Einheimischen als auch bei der ebenfalls anwesenden italienischen Schülergruppe großen Erfolg.

Den Höhepunkt des Englandaufenthalts bildete der abschließende Ganztagesausflug in die pulsierende Metropole London, bei dem im Schnelldurchlauf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aufgesucht wurden. Nach einer Themsefahrt vom Tower zum Westminster Pier ging es zu Westminster Abbey und Big Ben, vorbei an der Downing Street, durch den St. James's Park zum Buckingham Palace und dann über Trafalgar Square und Piccadilly Circus zu Covent Garden, von wo aus glücklicherweise noch kleine Shoppingtouren unternommen werden konnten.

Schweren Herzens mussten sich die Gymnasiasten am frühen Sonntagmorgen von ihren Gastfamilien verabschieden, bevor die Heimreise angetreten wurde. Alle Beteiligten zeigten sich restlos begeistert von der Reise, die bereits zu einer festen Institution am CFG geworden ist.

Broadstairs Broadstairs Broadstairs Broadstairs
Broadstairs Broadstairs Broadstairs Broadstairs
Broadstairs Broadstairs Broadstairs Broadstairs
Broadstairs Broadstairs Broadstairs Broadstairs

Alle Bilder: Angelika Weigert



Irland 2007/2008

Ein Bericht von Sarah Brock

Mehr als 10 Monate ist es her, dass ich mich am 25. August zusammen mit 6 weiteren Austauschschülern (ATS) von München aus auf den Weg nach Irland begab. Der Beginn eines spannenden und aufregenden Jahres.
Angekommen am Dubliner Flughafen, mussten wir noch fast 3 Stunden warten, bis wir in einem Bus unserer neuen Heimat entgegenfuhren. An den Treffpunkten wurden wir dann von unseren Gasteltern abgeholt, und weiter ging es Richtung Haus. Hier war ich nun erstmal richtig verwirrt, Umarmungen und willkommen von allen Seiten, wer waren diese ganzen Leute und sollte ich wirklich 10 Monate mit ihnen allen verbringen? Nun, all diese Leute waren meine Gasteltern Con und Beth, meine irischen Gastbrüder Johnathan und Marc (wobei Marc mit seiner Frau + Kindern im Haus nebenan wohnt), meine irische Gastschwester Laura und ihr Freund, mittlerweile Verlobter Michael (arbeiten beide unter der Woche in Belfast und kommen nur am Wochenende heim), und vier weitere Austauschschüler. Da war zunächst Greg, ein französischer 3-Wochen-ATS, und dann meine drei ATS-Gastgeschwister Mark (Amerika), Naiara (Mexiko) und meine zukünftige Zimmergenossin Ingrid (Norwegen). Am Anfang ziemlich überrumpelt, hab ich doch schnell entdeckt, dass ich wohl in eine der besten Gastfamilien gekommen war, so wie andere sich oft über ihre Gastfamilien beschwert haben, war das bei mir nie der Fall, außerdem wurden wir richtig in die Familie integriert. Und um meine Gastgeschwister war ich auch richtig froh, erstens, weil ich mitten in der Pampa gewohnt habe, und somit keine Möglichkeit hatte, irgendwas zu machen (man stelle sich vor, der nächste Laden und nächste Bushaltestelle, wenn man in die Stadt will, ist eine Dreiviertelstunde zu Fuß entfernt, und so etwas wie Fahrräder gibt es in Irland kaum), ohne sie wäre mir da definitiv ziemlich langweilig geworden.. Zum anderen hab ich mich mit ihnen allen einfach super verstanden, und habe in ihnen definitiv Freunde fürs Leben gefunden, habe auch jetzt noch regen Kontakt mit ihnen durch e-Mails und Anrufe.


mit meiner Gastfamilie, Dezember 2007

Bereits eineinhalb Wochen später war mein erster Schultag am Largy College in Clones, wo ich fortan 4th Year, oder auch Transition Year genannt, besuchen sollte. An meiner Schule waren wir insgesamt 22 ATS: 10 Deutsche, 2 Österreicherinnen, 2 Spanier, ein Chilene, 3 Norwegerinnen, 2 Schweden, eine Dänin und ein Amerikaner.


Largy-ATS

In Irland hat man im allgemeine zwischen 6 und 8 Hauptfächern, die man jeden Tag mindestens eine Stunde hat, zusätzlich dann noch Religion, Sport und "computers". Verpflichtende Hauptfächer sind Englisch und Mathe, die in drei verschiedene Leistungsstufen eingeteilt sind: "foundation", "ordinary level" und "higher level". Die restlichen Fächer kann man sich dann noch unter "history", "music", "art", "construction", "Home Economics", "Geography", "French", "German", "Physics and Chemistry", "biology", "business", "woodwork" und "metalwork" aussuchen.
Das vierte Jahr oder Transition Year entscheidet sich nun von diesen Jahren gewaltigt, zusätzlich zu den "normalen" Fächern gab es in 4 Modulen (jede der vier 4. Klassen hatte einen Stundenplan, und nach 10 Wochen wurde dann Stundenplan getauscht) Fächer wie "Road Safety", "film", "Food", "environment" oder "metalwork". Diese Fächer waren zum Teil richtig toll (wie "food") oder aber auch einfach nur langweilig und einschläfernd (Road Safety!!!). Am tollsten fand ich aber mein 3. Modul, in dem ich 10 Dienstage "Work Experience" hatte, folglich statt in die Schule zu gehen in der Bücherei arbeitete, eine tolle Erfahrung mit urnetten Kollegen und sicherlich eine tolle Abwechslung zum Schultag.
Alles in allem war die Schule aber eigentlich wie daheim, man muss halt gehen, wobei es mich eigentlich relativ wenig gestört hat, den ganzen Tag in der Schule zu sein, im Haus hätte ich nicht gewusst, was ich mit der Freizeit machen soll, da es ja nichts zu tun gab (außer Hausaufgaben).
In der Schule habe ich mich auch an den beiden Sportarten "Gaelic Football" und "camogie" (die weibliche Form von hurley) versucht, hat auch richtig Spaß gemacht. In Irland selbst bin ich natürlich auch ein wenig rumgekommen. Zahlreiche Besuche in Nordirland (wir wohnten direkt an der Grenze) und nach Dublin standen an.
Es ist natürlich nicht immer so glatt gelaufen, natürlich hatten wir auch mal Streit mit der Gastfamilie, aber nichts wirklich Schlimmes. Und die ersten Tage in der Schule: Verwirrung pur! Bin sogar mal mit einer Freundin in einer Stunde beim 5. Jahr mit im Unterricht gesessen, ohne es selbst zu bemerken=)
Heimweh hatte ich nie wirklich, ich weiß nicht, ich glaube, es war die Tatsache, dass ich wusste, dass ich ja nach 10 Monaten wieder heimkomme, und dass zunächst auch einfach alles so neu und aufregend war.
Doch trotz einiger Schwierigkeiten weiß ich, dass es sich gelohnt hat und ich möchte dieses Jahr auf keinen Fall missen. Was ich so gelernt habe? Nun, dass "craic" nicht irgendeine Droge, sondern dass irisch-englische Wort für "fun" ist:
Nun, ich glaube ich kann sagen, dass ich über dieses Jahr gewachsen bin, selbstständiger geworden bin, mein Englisch hat sich doch um einiges verbessert und - was am wichtigsten ist - ich habe wahnsinnig gute Freunde gewonnen. Und in Irland habe ich eine zweite Heimat gewonnen. Das Land und die Leute sind mir richtig ans Herz gewachsen, ich werde deshalb auch schon im September wieder rüber fliegen, um meine Gastfamilie zu besuchen, anlässlich des 18. Geburtstag meiner mexikanischen Gastschwester Naiara, die dort ihr "Leaving", also ihr Abitur macht. Und Naiara kommt mich auch im August hier besuchen.
Wer auch immer vor hat ein Austauschjahr zu machen, ich kann euch nur eines raten, traut euch, es rentiert sich und ihr werdet Erfahrungen sammeln, die ihr so daheim nie gewinnen werdet. Und keine Angst den Kontakt nach Hause zu verlieren, es zeigt sich auch, wer deine wahren Freunde sind, nämlich diejenigen, die dir auch nach einem halben Jahr noch regelmäßig schreiben oder dich anrufen.
Wer noch mehr wissen möchte oder auch selbst gern ins Ausland möchte, kann sich gerne an mich wenden, ich helfe gerne.

Please read my report in English language:

Irland 2007/2008 - My exchange year

Written by Sarah Brock

Ireland, my second home, that's how I call it now.

The ten months I spent in Ireland are irreplaceable, it was a brilliant time, though I was also happy coming back home again.
It all started in the summer before the 10th school year, when the idea of going abroad for a year first came to my mind. I started collecting lots of information about organisations which were doing exchange years and about the countries I could go to. I'd quite soon decided that Ireland was the one country I wanted to go to, with a culture and history fascinating me very much. It took me a while to convince my parents, but eventually everything was settled, I had applied and was accepted, only waiting for a host family then.

Though I got the names and address of my host family more than half a year before I went over, I didn't have much contact with them then, instead I was mailing with one of the exchange students who was staying with them at the time.

So I was quite excited getting on the plane in Munich on the 25th of August 2007, together with six other exchange students. On the airport in Dublin, the first surprise was awaiting me. The guy from my organisation (EF) who was checking our names told me I'd live with him; that was the first time I'd met my host brother: Off we went with buses to the picking-up point in Smithboro, a village close to where I was going to live. There I was picked up by my host dad and my Norwegian host sister Ingrid, with whom I was going to share a room for the year.
At the house, I was totally confused: hugs and kisses (like the French "bises") everywhere, and I hadn't even a notion who all these people were.
Well, eventually (not at that day though), I got to know, who they were: There was Greg, a guy from France, who was only staying for three weeks during the holidays; Mark, my American host brother; Naiara, my Mexican host sister; Ingrid, my Norwegian host sister; Con and Beth, my host parents; Johnathan, my Irish host brother who I'd already met at the airport; Marc (my second Irish host brother), his wife Mary and their son Conor; and last but not least Laura (my Irish host sister) and her fiancée Michael.
Well, Marc, Mary & Conor actually just lived down the road. My host dad was living & working in Dublin during the week and Laura and Michael in Belfast; but they all came home over the week-end, so as one can imagine it was quite crowded then. But I liked that, because we were living far out in the countryside, in the middle of nowhere, and it would have been quite boring if there hadn't been anyone.
And I got on so well with all of them, especially with my host sisters and brothers, I've definitely found friends for life in them.


with my host family, December 2007

Only one and a half weeks later, I went to school for the first time. I was placed in Fourth Year, which is also called Transition Year, because it's the Year after they've written their "Junior Cert." and before the two last years, which can be compared to our "Kollegstufe". In Transition Year, you do not only have the "normal" 6 to 8 main subjects (English, Mathsmaths, Computers and the rest you choose from: Home Economics, history, Physics & Chemistry, music, art, Metalwork, Woodwork, Geography, French, German, construction and business) and the three obligatory subjects Law&Politics, R.E. (religion) and P.E. (sports); but you also have so-called "module subjects". There were four different "4th Year" classes, and each of them had a different time table with different subjects, so after 10 weeks or so we simply swapped time tables. There were subjects I found quite boring, like "Road Safety" or "Celtic Studies" and others which I liked very much, like "Food", "film" (where we were making our own movies) or "Metalworks". The module I liked best was the one with "Work Experience": Every Tuesday during that module we went to work instead of going to school; I was working in a library and really enjoyed it!
I actually didn't mind staying in school all day (school started at 9:00 and ended at 15:45 and it took us an hour with the bus to get there and another to get back home), as there wasn't really much to do at home. We lived right out in the countryside, the next village and therefore the next bus stop being 45 minutes away to walk.
School was quite easy for me, the only subjects I actually had to study for were history and Home Economics, where you really had to learn loads; but in maths or physics & chemistry we dealt with stuff we'd done back in Germany two years before.
In school, I also joined the school teams of Gaelic Football and Camogie (the feminine form of Hurley) and it was a lot of fun trying these sports out. All in all, we were 22 exchange students at my school: Largy College in Clones. There were 10 Germans, 2 Austrians, 2 Spanish, a Chilean, 3 Norwegian, 2 Swedish, a Danish and an American.




Largy College exchange students, shouting "Ireland"

Of course I also got a lot around in Ireland. I was to Northern Ireland (we lived right beside the border) and Dublin several times and I even went with a friend of mine to the South Coast of Ireland, visiting a relative of hers there. Ireland is a beautiful country, there's so much to see, and it's so different depending on what region you are in. The country was very hilly where I lived, very flat in other parts, but very green nearly everywhere=)

Irish countryside (that's how it looked like where I lived)
I actually never felt really homesick during those ten monthsmonth, probably mainly because I knew that I'd go back home after those ten months.
I was often asked whether I wasn't afraid of losing contact with people at home, or wouldn't get on with them at all after those ten months. Well, I have to admit, some of the other exchange students did have problems with that, especially when going back home, but for me, that wasn't a problem at all. Ireland had actually shown me who my true friends were, who I could count on, the ones, who didn't stop mailing after a few months.
Of course, there were times I had problems with my host family, when we were arguing, but I suppose that's like in every family, you argue, you're mad at each other, and you make up again; no big deal.
Well, what did you get out of this year, one might ask. A lot! I've learnt so much. I've definitely improved my English, vocabulary and pronunciation. I got to know the Irish meanings of some words, like craic (fun) or cute (smart) or rhubarb (pretty girl):
And I think I've also become more mature and independent.
I came to know and to love Ireland and its culture, and the Irish way of living. Sure the Irish are all very nosy (well, who wouldn't be, when you're spending the whole day in school, and just get out on the weekends) and most of them hold very conservative beliefs, but the Irish are such a friendly people, you never have to ask for help twice and they don't take things that seriously (a thing we Germans are obviously known for:).
Most importantly I've found friends for life, people I still have regular contact with.
Looking back, I still miss it sometimes, the green fields and hills, the walks through the countryside without meeting anybody, except sheep or cows=), the friendly people on the street, greeting absolutely everybody, no matter if they know that person or not.
And of course I miss some people in particular, my friends and my host family, but I'm still writing with them or phoning them quite often, and I've already met up with some of them since I've left.
If you're planning on doing an exchange year, I can just advise you, do it! You'll gain experiences you'd never make at home.

Ein Schuljahr in den USA

Ein Bericht von I. Kaplitz

Vom 16. August 2005 bis zum 4. August 2006 verbrachte ich mit dem Rotary International Youth Exchange Program ein Schuljahr in den USA.

Nach einem langen Flug, der von Frankfurt über Chicago nach Syracuse ging, kam ich am dortigen Flughafen an. Meine erste Gastfamilie wartete schon auf mich und gemeinsam machten wir uns auf die halbstündige Fahrt in das kleine Städtchen Tully im Staat New York, das für das nächste Jahr mein Zuhause sein sollte. Meine Gastfamilie waren die Eltern Mike und Cheryl Brunet und die vier Kinder Lief (21), Colby (18), Mallory (14) und Eli (9). Die Familie hatte außerdem noch zwei Hunde. Mit den Brunets verstand ich mich super, und sie halfen mir sehr bei der Eingewöhnung.


Mit meinen beiden Gastfamilien

Im September fing dann das Schuljahr an. Ich würde die 11. Klasse der Tully High School besuchen. Anfangs war es für mich sehr gewöhnungsbedürftig, von 7.55 Uhr bis 14.47 Uhr nachmittags Unterricht zu haben. Auch die Pausen zwischen den Schulstunden gingen mir ab, da es zwischen den Stunden jeweils nur vier Minuten gab, um die Klassenzimmer zu wechseln und zum Schließfach zu gehen. Dafür gab es allerdings auch eine Stunde für das Mittagessen in der Cafeteria.

Von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr fanden die "Afterschool Activities" statt: Viele Schüler bleiben dafür freiwillig noch länger an der Schule, um bei den vielen Clubs und Sportteams mitzumachen. Ich selbst habe während des Jahres bei der Stage Crew mitgeholfen, für Theaterstücke Bühnenbilder zu bauen und zu malen, und beim French Club und nach meiner Aufnahme in der French Honor Society bei Aktivitäten mitgemacht, die die französische Sprache und Kultur betrafen.

Im Winter fing ich beim Indoor-Track (Leichtathletik) als Kugelstoßerin an. Das Training machte so viel Spaß, dass ich mich dann im Frühling dazu entschloss, auch am Outdoor-Track teilzunehmen. Zusätzlich zum Kugelstoßen lernte ich dabei auch Diskuswerfen, und nahm außerdem bei Wettkämpfen an 100m und 200m Läufen teil. Die Sportteams haben an amerikanischen Schulen einen sehr hohen Stellenwert. Entsprechend hart ist auch das Training. Täglich wird nach der Schule für zwei Stunden trainiert, oft werden auch am Wochenende und in den Ferien noch zusätzliche Trainingseinheiten angesetzt. Die Teams verschiedener Schulen messen sich in Wettkämpfen, an denen man bis zu zweimal pro Woche teilnimmt. Insbesondere bei Leichtathletik dauern diese Wettkämpfe oft sehr lang. Im Winter fuhren wir manchmal gleich nach der Schule mit dem Bus zum Veranstaltungsort und kamen oft erst nach Mitternacht nach Hause. Die Teilnahme in Sportteams ist also sehr zeitaufwändig, aber gleichzeitig macht es auch sehr viel Spaß, auf diese Weise neue Leute kennen zu lernen.

Anfangs gab es viele Kleinigkeiten in der Schule, die mir sehr ungewöhnlich vorkamen. Zum Beispiel schreibt man dort immer nur mit Bleistiften und Kugelschreibern, keiner der Schüler hat Farbstifte oder gar Lineal und Zirkel dabei. Auch schreibt man selbst im Matheunterricht nur auf liniertem Papier. In jedem Klassenzimmer gibt es eine Bleistiftspitzmaschine, und jeder Schüler kann einfach während des Unterrichts aufstehen und sie benutzen. Auch von den Papiertaschentüchern, die von der Schulkrankenschwester in jedes Klassenzimmer gestellt werden, darf sich jeder bedienen. In der Anfangszeit lernte ich also täglich etwas Neues dazu, aber schon nach ein paar Wochen hatte ich mich an das meiste gewöhnt.

Besonders interessant war es für mich, amerikanische Feiertage mitzuerleben. An Halloween nahm mich meine Gastfamilie mit auf eine Party, und zusammen mit meiner Gastschwester ging ich beim "Trick or Treat" von Haus zu Haus und bekam von den Leuten bergeweise Süßigkeiten. An Thanksgiving und Weihnachten hatten wir eine große Familienfeier. Weihnachtsgeschenke gibt es ja in den USA erst am Morgen des 25. Dezember, wozu wir uns alle noch im Schlafanzug im Wohnzimmer um den großen Christbaum versammelten.

Beim Rotary Austauschprogramm ist es üblich, dass die Schüler während des Jahres nicht nur bei einer Familie wohnen, um die Kultur des jeweiligen Landes möglichst vielseitig kennen zu lernen. Im Januar zog ich also um zu meiner zweiten Gastfamilie. Der Wechsel fiel mir anfangs sehr schwer, da ich mich bei den Brunets wirklich gut eingelebt hatte und auch als Familienmitglied aufgenommen worden war. Aber auch meine zweite Gastfamilie war fantastisch. Die Familie Thomas hatte fünf Mitglieder: Die Eltern Sue und Mark, der Geschichtslehrer an meiner Schule war, und die Kinder Emily (18), Ann (16) und John (14). Mit den Thomas hatte ich sogar die Möglichkeit, über die Osterferien für eine Woche nach South Carolina zu fahren, genauer gesagt in den kleinen Ferienort Pawley's Island. Dort verbrachten wir viel Zeit am Strand oder machten Ausflüge in den nahe gelegenen Ort Myrtle Beach oder in das etwa eine Stunde entfernte Charleston.

Es war toll, auch mal in einen der Südstaaten zu kommen!

Für Austauschschüler im Nordosten der USA gab es auch einige von Rotary organisierte Reisen. Im Oktober hatte ich so die Möglichkeit, zusammen mit 100 anderen Jugendlichen für ein Wochenende nach New York City zu fahren. Die Reise war so gut geplant, dass wir in nur drei Tagen die meisten der Hauptsehenswürdigkeiten besuchen konnten.


In New York City

Wir fuhren mit dem Boot zur Freiheitsstatue hinaus, gingen in einige Museen, besichtigten das Empire State Building und den Ground Zero, sahen uns ein Musical am Broadway an und bekamen sogar eine Führung durch das Hauptquartier der Vereinten Nationen.

Am Ende des Jahres wurde außerdem die "Discover America Tour" angeboten. Einen Monat lang fuhren zwei Busse voller Austauschschüler quer durchs ganze Land, von Chicago bis nach San Francisco und Las Vegas, über Houston nach Washington D.C. Diese Reise war ein fantastisches Erlebnis. Es hat sehr viel Spaß gemacht, einen Monat lang mit Leuten aus vielen verschiedenen Ländern durch die USA zu reisen und viele Freundschaften zu schließen.

Nach dem Trip hatte ich noch eine Woche bei meiner Gastfamilie bevor ich wieder nach Deutschland zurückfliegen sollte. Meine Gastmutter veranstaltete für mich eine Abschiedsparty, zu der sie die Brunets und viele Bekannte einlud. Die Party war sehr schön!

Am Nachmittag des 4. August brachte mich dann die ganze Familie Thomas zum Flughafen in Syracuse. Meine erste Gastfamilie war auch gekommen, um die Wartezeit gemeinsam mit mir zu überbrücken. Als es dann Zeit war, sich zu verabschieden, umarmten wir uns alle noch mehrmals. Es war wirklich schwer, sich von all diesen Leuten zu trennen, die sich während des Jahres so nett um mich gekümmert hatten und zu meiner Familie geworden waren!

Dieses Austauschjahr war einfach eine super Erfahrung! Es war toll, die amerikanische Lebensart so wie sie wirklich ist, kennen zu lernen, denn dabei wurden auch viele Vorurteile und Klischees widerlegt, die man aus dem Fernsehen so kennt. Außerdem habe ich während meines Auslandsaufenthalts zwei neue Familien gefunden, sowie viele Freundschaften mit Leuten aus der ganzen Welt geschlossen. Das letzte Jahr war ein fantastisches Erlebnis, und ich kann nur jedem empfehlen, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen!




Ingrid Kaplitz